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    Architektur

Architektur reduziert sich im Wesentlichen auf die Gestaltung der formulierten Wünsche. Gute Architektur lässt darüber hinaus zusätzlichen Raum für eine zukünftige Entwicklung mit einer – dann – bereits bestehenden Architektur.

Unser Glashaus in Dorum macht da keine Ausnahme. Die Idee des Hauses im Glashaus entstammt der Mitte des vorigen Jahrhunderts, die der Glashäuser ist noch viel älter. Die Idee ein Glashaus in Dorum zu bauen ist dagegen nicht einmal 20 Jahre alt. Unser Projekt ist ein gutes Beispiel für die so genannte Grüne Solararchitektur in Norddeutschland.

Mit einem Minimum an technischem Aufwand versuchen wir ein Maximum an Lebensqualität zu generieren.

Die Technik, die Gestaltung, also zusammen: die Architektur sollten funktionieren, sich aber auch entwickeln dürfen.

Dieser Prozess setzt eine notwendige Beweglichkeit voraus, die von der Technik und der Gestaltung getragen sein sollte. (Ebenso natürlich auch von den Nutzern, aber das ist eine andere Geschichte, die auch an anderer Stelle behandelt wird.)

Beides hat sich natürlich in den letzten 15 Jahren verändert, in einigen technischen Bereichen sogar schon überholt. Was wäre die Technik, wenn sie sich nicht weiter verbessern ließe? Was wäre der Mensch in seiner Architektur, wenn die technischen Möglichkeiten sich  nicht seinen Bedürfnissen anpassen ließen? Ein Gefangener. Technik sollte im fertigen Produkt einer Architektur lediglich für die Bedürfnisse eingesetzt werden.

Gestaltung von Architektur ist dagegen etwas träger und sollte im Idealfall dafür Sorge tragen, dass Entfaltung von Inhalten in Architektur möglichst ungehindert stattfinden kann.

Diese Elemente, Technik und Gestaltung sollten neben vielen anderen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Architektur funktioniert – zumindest zu dem Zeitpunkt wo Visionen die Gestalt von Fußböden, Dächern, Wänden und Fenstern annehmen und noch ein wenig darüber hinaus.

Es geht nur mit der Architektur. Sie wird von uns gestaltet. Ist männlich und auch weiblich.

Wir wohnen im grünen Bereich. Der Marktplatz im Garten des Gewächshauses ist allgemeiner Treffpunkt. Hier essen wir im Sommer gemeinsam – mindestens einmal die Woche.

Exotische Pflanzen, umweltfreundliches Wohnen und einst ein Architekturbüro unter einem Dach - in einem Glashaus -  stellen kein Problem dar.

Wir wollten uns im trüben Norddeutschland eine umweltfreundliche Mittelmeeroase bauen und zwischen subtropischen Pflanzen wohnen.

Zwischen Oliven-, Zitronen- und Granatapfelbäumchen wachsen Eukalyptussträucher und Mimosen, geschützt von rund 1200 Quadratmetern Glasfläche.

Wir entwarfen ein Haus im Haus, ein flaches Gebäude, das im rechten Flügel des zweischiffigen Gewächshauses eingebaut wurde. Das 315 Quadratmeter große Haus ist ursprünglich in zwei Wohnungen und ein Architekturbüro aufgeteilt worden – heute ist im Büro eine weitere Wohnung entstanden. Der Clou des Projektes : die Wände der drei Wohnungen sind aus unterschiedlichen Materialien, aus Lehm, Ziegel und Kalksandstein. Ein Modellversuch, mit dem geklärt werden sollte, welche Bauweise am umweltverträglichsten ist.

Guter Nebeneffekt in der Lehmwohnung : beim Duschen beschlagen weder Spiegel noch Fenster. Für das richtige Klima im Gewächshaus sorgt eine automatische Lichtschutzanlage. So steigt die Innentemperatur auch im Sommer, bei starker Sonneneinstrahlung nicht höher als bis auf 28 Grad Celsius.

Wir haben den jährlichen Energieverbrauch von durchschnittlich 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf 60 Kilowatt reduziert. Die großen Oberlichter im Wohnhaus verringern zum Beispiel den Bedarf an künstlichem Licht. Die Heizung ist frühestens von Oktober an und spätestens noch im März in Betrieb. Die Pflanzen werden mit Regenwasser bewässert, mit dem auch die Toiletten gespült werden und für warmes Wasser sorgt vor allem eine Solaranlage. Sogar vor den, für Norddeutschland typischen, Winterdepressionen sind wir gefeit. Schlechtes Wetter und Regen machen uns nichts mehr aus – in unserem Garten regnet es ja nicht.

Vom ehemaligem Architekturbüro für ökologisches Bauen von Frank Hansen betreibt Uwe Schörwerth auf dem benachbarten Grundstück sein eigenes Architekturbüro.

 
           
  15. Mai 2014       Startseite